22 September 2006

Plattenheilen

Windows spinnt? Hängt sich einfach auf?
Auch für mich als Systemadministrator ist es immer wieder überraschend, wie sich Hardwaredefekte äußern: Im konkreten Fall hatte ich einen PC mit Windows XP SP2, der sich beim Einloggen einfach aufhängte. Nach einem Blick ins Ereignisprotokoll sah ich Lesefehler bei einer Festplatte:
Zum Glück beherrschen moderne Festplatten S.M.A.R.T., eine Art Selbstdiagnose. Da es die smartmontools (Lizenz: GPL) auch für Windows gibt, konnte ich gleich den Selbsttest der Platte starten, der in der ausführlichen Version immerhin ca. 60 Minuten dauerte.
Hoppla, was sagt mir die Festplatte da:
Anscheinend hat die Platte auch im Selbsttest ein Problem mit bestimmten Sektoren. Kurzes Schmökern in der "Bad Blocks-HowTo" bringt eine mögliche Lösung zu Tage, nämlich die betreffende Partition einfach komplett mit Nullen zu beschreiben. Der Sinn dahinter ist, dass so jede Stelle der Partition neu beschrieben (magnetisiert) wird.


Als alter Linuxer denke ich natürlich gleich an das Kommando "dd", welches es - staun - auch für Windows gibt!
Jetzt stellt sich nur die Frage nach der Syntax... Allerdings hilft mir dd --list schon gewaltig, denn es listet alle Windows-Devices auf:
Ich erkenne, dass \\?\Device\Harddisk1\DR1 das richtige Device ist und lasse mit
dd if=/dev/zero of=\\?\Device\Harddisk1\DR1 bs=512 --progress
den Schreibvorgang loslaufen. Und harre der Dinge, die da kommen.



Nach einem Test übers Wochenende steht jetzt fest: Die Platte ist wirklich defekt.


Die ganze Mühe hat also nicht wirklich etwas gebracht, ich kann aber 1a gegenüber dem Hersteller argumentieren- und so hoffentlich bald eine runderneuerte Festplatte zurückerhalten.
Nachtrag: Alles hat funktioniert wie erwartet, die Platte (oder eine ihrer runderneuerten Schwestern) habe ich schon vor längerer Zeit zurückbekommen.

18 September 2006

Wenn Server ins Schwitzen kommen

...läßt sich das sogar mißbrauchen! Behauptet zumindest Steven J. Murdoch, der auf der 13. ACM Conference on Computer and Communications Security (CCS) ein Paper präsentieren will. Er behauptet in seinem Paper mit dem schönen Titel "Hot or not: Revealing hidden services by their clock skew", dass eine Last, die ein System hat, meßbare Auswirkungen auf die Systemtaktung hat: Der z.B. von Seti@Home in den Schwitzkasten genommene Quartz ist unfähig, die Taktung stabil zu halten. Dies ließe sich tatsächlich messen, sagt er. Und es könne soweit gehen, dass man bei Kenntnis von Feiertagen und ähnlichen Randbedingungen daraus sogar schließen könnte, wo ein System steht.
Da bleibt mir nur noch die Spucke weg...

13 September 2006

Dinosaurier II

(Bild: IBM RAMAC 305, Aufnahme von IBM)
Happy Birthday, Festplatte- oder sollte man sagen "Festhalle mit Platte"?
Vor 50 Jahren hat IBM die Festplatte erfunden- in einem Newsticker-Artikel schreibt Heise, dass während des Betriebs sogar Gehörschutz getragen werden mußte...
Das Monster rotierte übrigens mit 1200 Umdrehungen und hatte eine sagenhafte Speicherkapazität von 5 Megabyte.